Hauptmenü öffnen

Auf dieser Hilfeseite wird die Fünf-Zitate-Regel erläutert.

  1. Fünf Zitate unterschiedlicher Urheber, hilfsweise [wenn kein Urheber zu ermitteln ist] aus unterschiedlichen Werken/Sammelwerken[1] können neben einer Standardreferenz als Beleg für eine neue, gegenwärtig vorkommende Bedeutung eines in anderen Bedeutungen durch Standardreferenzen in seiner Grundform nachgewiesenen Lemmas dienen, sofern die Zitate Rückschlüsse auf die dem Lemma darin beigelegte Bedeutung zulassen.
  2. Jeweils fünf, Rückschlüsse auf die in Bezug genommene Bedeutung zulassende Zitate unterschiedlicher Urheber, hilfsweise [wenn kein Urheber zu ermitteln ist] aus unterschiedlichen Werken/Sammelwerken[1] können als Beleg für jede Bedeutung eines Lemmas dienen, das gegenwärtig in Gebrauch ist und hinsichtlich seiner Schreibweise den aktuellen Rechtschreibregeln entspricht, jedoch in den Standardreferenzen (noch) nicht geführt wird. Wenn es sich bei dem zu belegenden Lemma nicht um ein Determinativkompositum (Käselaib) aus einem Wort in regelkonformer Schreibweise als Determinans (Käse) und einem ebensolchen Determinatum (Laib) handelt, können auch völlig eigenständige Schreibweisen mit fünf Zitaten belegt werden, sofern sich sagen lässt, dass diese Schreibweise nicht nur eine unter mehreren in etwa gleich verbreiteten Schreibweisen ist, sondern sie entweder die einzige vorkommende Schreibweise darstellt oder aber als die bei Weitem dominierende Schreibweise neben anderen nur vereinzelt anzutreffenden Schreibweisen anzusehen ist. Können mit einem Zitat mehrere Bedeutungen nachgewiesen werden, kann es allen entsprechenden Bedeutungen zugeordnet werden, so dass sich die Gesamtzahl der notwendigen Zitate entsprechend verringert.
  3. Die Fünf-Zitate-Regel kommt des Weiteren zur Anwendung, wenn ein Lemma in einer von der/den heute nach den Rechtschreibregeln zulässigen Schreibweise(n) abweichenden Schreibweise nachgewiesen werden soll, welche zu einer Zeit vorkam, als es noch keine Regelung der Rechtschreibung gab. Die Zitate müssen aus der Zeit vor der (ersten) Regelung der Rechtschreibung stammen. Es wird der übliche für veraltete Schreibweisen vorgesehene Kurzeintrag angelegt.
  4. Wurde in der Zeit vor der (ersten) Regelung der Rechtschreibung eine Schreibweise benutzt, die gegenwärtig entgegen der aktuellen Rechtschreibung (noch/wieder) in Gebrauch ist, so kommt die Fünf-Zitate-Regelung nicht zur Anwendung. Das Lemma kann erst dann als gegenwärtig korrekte Schreibweise aufgenommen werden, wenn es zuvor als korrekte Schreibweise in eine der Standardreferenzen aufgenommen worden ist. Grundsätzlich zu den Standardreferenzen zählende Werke aus der Zeit vor der Einführung der aktuell gültigen Rechtschreibregelungen können hierbei nicht als Referenz herangezogen werden. Die Aufnahme des Lemmas als veraltete Schreibweise in Form des üblichen Kurzeintrags bleibt unberührt.
  5. Ferner findet die Fünf-Zitate-Regel Anwendung, wenn es um solche Beugungsformen geht, die von der gemäß den Grammatikregeln auf das Lemma anzuwendenden Flexion abweichen (Beispiel: des Advokats statt des Advokaten), die sich aber dennoch in Werken gemäß Anmerkung 1 belegen lassen.
  6. Ausdrücklich keine Anwendung findet die Fünf-Zitate-Regelung,
    1. wenn es um eine (nur) gegenwärtig (und nicht schon in der Zeit vor der (ersten) Regelung der Rechtschreibung) vorkommende, aber nicht in den Standardreferenzen enthaltene alternative Schreibweise eines durch Standardreferenzen belegten Lemmas geht.
    2. wenn es um (nur) gegenwärtig vorkommende Verschriftlichungen von Aussprachevarianten geht, die (noch) nicht in die Standardreferenzen aufgenommen worden sind.
  7. Hinsichtlich der Auswahl von Zitaten gelten die Regelungen unter Hilfe:Zitate#Auswahl von Zitaten mit der Einschränkung, dass nur Sätze aus solchen gedruckten Büchern und E-Books verwendet werden dürfen, die keine Selbstpublikationen sind.

Es ergibt sich somit: Alternative Schreibweisen und Verschriftlichungen von Aussprachevarianten müssen in mindestens einer die gegenwärtig gültigen Rechtschreibregeln zugrunde liegenden Standardreferenz enthalten sein, um als den gegenwärtigen Rechtschreibregeln entsprechendes Lemma ins Wiktionary aufgenommen werden zu können.
Und: Ein durch fünf Zitate belegtes Lemma muss selbstverständlich auch die Relevanzkriterien erfüllen.

Anmerkungen:
  1. 1,0 1,1 Das sind gedruckte Zeitungen und Zeitschriften und andere Periodika sowie die Onlineangebote von Printmedien (faz.net, standard.at, focus.de etc.). Hierbei dürfen die Zitate jedoch nicht dem potenziell für alle zugänglichen Kommentarbereich zu einem Onlineartikel entnommen werden. Texten solcher Onlineangebote dürfen weiterhin dann keine Zitate entnommen werden, wenn in den betreffenden Texten aus künstlerischen, journalistischen, ideologischen oder anderen Gründen von den Rechtschreib- und Grammatikregeln abgewichen wird.

Diese Regelung wurde 2014 per Meinungsbild beschlossen und festgesetzt.

Siehe auch