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Isotopie (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Isotopie

die Isotopien

Genitiv der Isotopie

der Isotopien

Dativ der Isotopie

den Isotopien

Akkusativ die Isotopie

die Isotopien

Worttrennung:

Iso·to·pie, Plural: Iso·to·pi·en

Aussprache:

IPA: [izotoˈpiː]
Hörbeispiele:
Reime: -iː

Bedeutungen:

[1] Linguistik, speziell Textlinguistik: semantischer Zusammenhang (Kohärenz), der im Text durch Wörter mit übereinstimmenden semantischen Merkmalen (Semen) begründet wird (Semrekurrenz)

Herkunft:

Dem Wort liegt letztlich griechisch ἴσος (ísos) = gleich und griechisch τόπος (tópos) = Ort, Thema zugrunde.[1] Der sprachwissenschaftliche Begriff wurde von Greimas (1966) aus der Chemie in die französische Linguistik (Semantik) übernommen.[2]

Oberbegriffe:

[1] Kohärenz, Text, Textlinguistik

Beispiele:

[1] Isotopie ist ein Begriff der Textlinguistik. Wörter wie „Frau“, „Mann“, „Kind“, „Mutter“, „Tante“ können, wenn sie in ein und demselben Text vorkommen, eine Isotopie mit dem semantischen Merkmal (+menschlich) bilden.
[1] „Bei der Textanalyse kommt es jetzt nicht darauf an, die Monosemierung der Lexeme nachzuweisen (…), sondern zu zeigen, welche durchlaufenden Isotopien im Text miteinander in Verbindung gebracht werden und für die Textbedeutung wichtig sind.“[3]
[1] „Isotopie beruht nach Greimas auf der semantischen Äquivalenz (…) zwischen bestimmten Lexemen eines Textes, die durch Semrekurrenz, dem wiederholten Vorkommen von Semen in unterschiedlichen lexikalischen Einheiten des Textes, erklärbar wird.“[4]
[1] „Bei Lexemwiederholung und -variation liegt ohnehin immer auch Isotopie vor.“[5]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Isotopie
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Isotopie
[*] canoonet „Isotopie
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalIsotopie
[1] Duden online „Isotopie

Quellen:

  1. Helmut Glück (Herausgeber): Metzler Lexikon Sprache. 4., aktualisierte und überarbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02335-3, Artikel: „Isotopie“.
  2. Hadumod Bußmann (Herausgeberin): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0, Artikel: „Isotopie“.
  3. Harro Gross: Einführung in die germanistische Linguistik. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, neu bearbeitet von Klaus Fischer. Iudicium, München 1998, Seite 150. ISBN 3-89129-240-6
  4. Margot Heinemann, Wolfgang Heinemann: Grundlagen der Textlinguistik. Interaktion - Text - Diskurs. Niemeyer, Tübingen 2002, Seite 72. ISBN 3-484-31230-0.
  5. Karl-Heinz Best: LinK - Linguistik in Kürze mit einem Ausblick auf die Quantitative Linguistik. 5., durchgesehene Auflage. RAM-Verlag, Lüdenscheid 2008, Seite 86.