Holokaustum (Deutsch)Edit

Substantiv, nEdit

Singular

Plural

Nominativ das Holokaustum

die Holokausta

Genitiv des Holokaustums

der Holokausta

Dativ dem Holokaustum

den Holokausta

Akkusativ das Holokaustum

die Holokausta

Variants:

Holokauston

Hyphenation:

Ho·lo·kaus·tum, Plural: Ho·lo·kaus·ta

Pronunciation:

IPA: [ˌholoˈkaʊ̯stʊm]
Sound samples:

Definitions:

[1] historisch: (bei den Israeliten, zur Toten- und Götterverehrung im antiken Griechenland) dargebrachtes Brandopfer, bei dem sämtliche zum Opfern geeigneten Teile des Opfertieres auf dem Altar verbrannt wurden

Etymology:

Entlehnung aus spätlateinisch holocaustum → la, das seinerseits griechisch ὁλόκαυστον (holókauston) → grc entstammt; dieses ist eine Ableitung zu ὁλόκαυστος (holókaustos) → grcvöllig verbrannt[1]

Synonyms:

[1] Ganzopfer, Vollbrandopfer

Related terms:

[1] Brandopfer

Hypernyms:

[1] Opfer, Opfertier, Sühneopfer

Examples:

[1] „Um aber diese uralte Spur der Fremden- und Menschenopfer zu hellenisiren, mußte nun nach einer Ueberlieferung, die uns Servius zu Virgil II. Aeneid, 116 aufbewahrt hat, Orestes selbst das alte taurische Idol hierher gebracht und die blutigen Opfer, mit welchen einmal im Jahre alle umwohnenden Nachbarstämme die Göttin verehrten (freilich jetzt nur durch das den Menschenopfern untergeschobene Surrogat von geopferten und auf einem großen Holzstoß als Holokaustum verbrannten Opferthieren) zuerst gestiftet haben.“[2]
[1] „Das Mahlopfer tritt zurück hinter dem Holokaustum (S. 72).“[3]
[1] „An letzterer Stelle gibt Cl.-G. auf Grund einer besseren Kopie von Euting eine neue Erklärung des Textes, wonach der abgebildete Stier ein Opfertier ist, welches der Tyche (Gad) als Holokaustum dargebracht wurde.“[4]
[1] „Religionsgeschichtlich betrachtet ist das Opfer eine Handlung, bei der z.B. das erste Junge eines Tieres oder die ersten Früchte der Ernte geschlachtet bzw. verbrannt werden – entweder ganz (= Holokaustum, Ganz- bzw. Brandopfer) oder nur ein Teil; der andere Teil wurde als Zeichen für die Huld der Gottheit ans Volk ausgeteilt.“[5]
[1] „Überhaupt unterscheidet sich die gläubige Kreatur von den andern Menschen nicht durch ihren Umgang mit den Dingen, sondern durch den Geist, in dem sie diesen Umgang pflegt. Das macht das als Holokaustum praktizierte Erstlingsopfer im Allgemeinen und das zur Chiffre alttestamentarischer Gläubigkeit und zum Siegel des Bundes mit Gott gewordene Abrahamsopfer im Besonderen deutlich.“[6]
[1] „Mit Sicherheit handelt es sich dabei nicht um ein Ganzopfer, ein Holokaustum, also wo das Opfer ganz verbrannt wird, sondern nur um ein Mahlopfer, bei dem nur Teile der Göttin dargebracht und der große Rest zubereitet und als Leichenschmaus von den Menschen verzehrt wurde.“[7]
[1] „Die Kupfer zeigen den Bau und die Anlage des Tempelzeltes, ein Vollbrandopfer (Holokaustum), die Schmückung des Goldaltars, die Cherubim über der Bundeslade mit Kultgegenständen, jüdische Hohepriester in ihrer Tracht sowie den jüdischen Hohen Rat (Sanhedrin; Synedrium).“[8]

Collocations:

[1] ein Holokaustum darbringen

TranslationsEdit

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 565.
[1] wissen.de – Lexikon „Holokaustum

Sources:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 565.
  2. Carl August Böttiger (Hrsg.): Ideen zur Kunst-Mythologie, 1. Band, Dresden und Leipzig 1826. Seite 400–401. Abgerufen am 02. Dezember 2010. Zitiert nach Google Books.
  3. Julius Wellhausen: Prolegomena zur Geschichte Israels. Zweite Ausgabe der Geschichte Israels, Band I, G. Reimer, Berlin 1883. Seite 452. Abgerufen am 02. Dezember 2010. Zitiert nach http://www06.us.archive.org/.
  4. Emil Schürer: Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi, 4. Auflage, 2. Band, Leipzig 1907. Seite 38 (Fußnote). Abgerufen am 02. Dezember 2010. Zitiert nach http://www.archive.org/.
  5. Prof. DDr. Anton Ziegenaus: Die Eucharistie als Mitte des Sonntags. In: Der Fels-Verein e.V.: DER FELS. Katholisches Wort in die Zeit [Katholische Monatsschrift], 35. Jahrgang, Nummer 1, Januar 2004. Seite 7. Abgerufen am 02. Dezember 2010 (PDF).
  6. Ulrich Enderwitz: Reichtum und Religion. Buch 3: Die Herrschaft des Wesens. Band 4: Die Krise des Reichtums. Ça ira Verlag, Freiburg 2005. Seite 290. ISBN 9783924627881. Abgerufen am 02. Dezember 2010 (PDF). Zitiert nach http://www.reichtum-und-religion.de/.
  7. Wikipedia-Artikel „Ceres (Mythologie)“. Abgerufen am 02. Dezember 2010.
  8. www.antiquariat.de: Titelbeschreibung. Witsius, Hermann: Miscellaneorum sacrorum libri quatuor, cum tabulius aliquot aeneis. Editio tertia (secunda), prioribus emendatior, cui accessit oratio de auctoris vita indexque rerum locupletissimus.. Abgerufen am 2. Dezember 2010.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Holocaust