Hiobsmeldung (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Hiobsmeldung

die Hiobsmeldungen

Genitiv der Hiobsmeldung

der Hiobsmeldungen

Dativ der Hiobsmeldung

den Hiobsmeldungen

Akkusativ die Hiobsmeldung

die Hiobsmeldungen

Worttrennung:

Hi·obs·mel·dung, Plural: Hi·obs·mel·dun·gen

Aussprache:

IPA: [ˈhiːɔpsˌmɛldʊŋ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] selten: sehr schlimme, erschreckende Botschaft, Nachricht; ferner abgeschwächt auch: Nachricht von etwas Ärgerlichem, Unerfreulichem

Herkunft:

  • strukturell:
Determinativkompositum, zusammengesetzt aus dem Eigennamen der biblischen Gestalt Hiob und dem Substantiv Meldung, verbunden mit dem Fugenelement -s
Das Wort ist seit dem frühen 20. Jahrhundert[1] bezeugt (vergleiche Hiobsbotschaft, Hiobspost).

Beispiele:

[1] „Unbeſchreibliches Durcheinander, kopfloſer Wirrwarr, als dieſe ganz unerwartete Hiobsmeldung weitergegeben ward.“[2]
[1] „Die Hiobsmeldungen, die schon vor Wochen von notwendig werdenden Kaffeeverteuerungen sprachen, sind jetzt bestätigt worden: nachdem bereits in der Vorwoche die Endverbraucherpreise für Röstkaffee in den meisten Städten des Bundesgebietes um etwa 80 Pf bis 1 DM je Pfund angezogen haben, sind und werden nun auch in den ersten Februartagen die Kaffeestädte Hamburg und Bremen mit Umgebung folgen.“[3]
[1] „Im von der Außenwelt abgeriegelten Camp David bat Carter bis Freitagmittag den Israeli Begin und den Araber Sadat zu drei Dreiertreffen, empfing er viermal Begin allein und fünfmal Sadat; es gab etliche Begegnungen zwischen israelischen und ägyptischen Delegationsmitgliedern, und über die Welt ging ein Schauer von Hoffnungs- und Hiobsmeldungen nieder.“[4]
[1] „Während die Reagan–Mannschaft noch versucht zu retten, was zu retten ist, und die amerikanische Öffentlichkeit standhaft ignoriert, was fast täglich an neuen Skandalen und Hiobsmeldungen auf sie einstürzt, zeichnet sich bereits eine neue Katastrohe am Horizont ab.“[5]
[1] „Genosse Fischer, in der Weltgeschichte gibt es viele Beispiele, daß nicht die Verursacher von Niederlagen bestraft wurden, sondern daß der unschuldige Bote, der die Hiobsmeldung überbrachte, geköpft wurde.“[6]
[1] „Trotz eines deprimierenden Rückstands auf die rettenden Plätze wollen die Gladbacher als Tabellenletzter mit mickrigen zehn Punkten den dritten Abstieg der Klubhistorie noch vermeiden, doch mitten hinein in eine diesbezüglich hoffnungsvolle Rede des Präsidenten Rolf Königs platzte am Dienstagabend die Hiobsmeldung, dass der wichtige Innenverteidiger Roel Brouwers nach einer Trainingsverletzung am Knie operiert werden musste.“[7]

Alle weiteren Informationen zu diesem Begriff befinden sich im Eintrag Hiobsbotschaft.
Ergänzungen sollten daher auch nur dort vorgenommen werden.

[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Hiobsmeldung“ (Korpus)
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Hiobsmeldung
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Hiobsbotschaft
[1] Hans Schulz, Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. 2. völlig neubearbeitete Auflage. 7. Band: habilitieren – hysterisch, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2010, ISBN 978-3-11-025251-4, DNB 1009313150 (neubearbeitet im Institut für Deutsche Sprache unter der Leitung Herbert Schmidt), Stichwort »Hiobsbotschaft«, Seite 275–276 sowie 278 (Beispiele).

Quellen:

  1. Hans Schulz, Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. 2. völlig neubearbeitete Auflage. 7. Band: habilitieren – hysterisch, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2010, ISBN 978-3-11-025251-4, DNB 1009313150 (neubearbeitet im Institut für Deutsche Sprache unter der Leitung Herbert Schmidt), Stichwort »Hiobsbotschaft«, Seite 276.
    Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Hiobsmeldung
  2. Eduard Fiſcher: Krieg ohne Heer. Meine Verteidigung der Bukowina gegen die Ruſſen. Joſef Lenobel, Wien 1935, Seite 179 (Zitiert nach Google Books).
  3. Höhere Kaffee-Strategie. In: DIE ZEIT. Nummer 05, 4. Februar 1954, ISSN 0044-2070, Seite 8 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 16. November 2019).
  4. Camp David: König Husseins Schlüsselrolle. In: DER SPIEGEL. Nummer 38, 18. September 1978, ISSN 0038-7452, Seite 138 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 16. November 2019).
  5. Michael Fischer: Roll–back für die Reagan–Revolution. In: taz.die tageszeitung. Nummer 2246, 2. Juli 1987, ISSN 1434-4459, Seite 7 (taz Print Archiv-URL, abgerufen am 16. November 2019).
  6. Landolf Scherzer: Der Erste. Eine Reportage aus der DDR. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1989, ISBN 3-462-02016-1, Seite 45 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung im Greifenverlag zu Rudolstadt 1988).
  7. Ulrich Hartmann: Ohne den Sargnagel. In: Süddeutsche Zeitung. 13. Januar 2011, ISSN 0174-4917, Seite 33.