Frauchen (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular Plural
Nominativ das Frauchen die Frauchen
Genitiv des Frauchens der Frauchen
Dativ dem Frauchen den Frauchen
Akkusativ das Frauchen die Frauchen
 
[2] Ein schwarz-weiß gefleckter Hund und sein Frauchen gehen spazieren in Montréals Innenstadt.
Aufnahme von Serge Melki am 21. Juni 2008

Worttrennung:

Frau·chen, Plural: Frau·chen

Aussprache:

IPA: [ˈfʁaʊ̯çən]
Hörbeispiele:   Frauchen (Info)
Reime: -aʊ̯çən

Bedeutungen:

[1] veraltend: (alte) Frau von kleiner Statur
[2] weibliche Person, die einen Hund zur Haustierhaltung besitzt, die sich einen Hund hält
[3] familiär veraltend: verheiratete Frau

Herkunft:

  • strukturell:
Es handelt sich um eine Verkleinerungsform zum Substantiv Frau mit dem Verkleinerungssuffix -chen.
Die zweite Bedeutung ist ab 1900 belegt.[1]

Synonyme:

[2] Hundebesitzerin, Hundehalterin
[2] Österreich: Frauerl
[2] Schweiz: Hündelerin
[3] Ehefrau, Ehepartnerin, Frau
[3] gehoben: Ehegattin, Gattin, Gemahlin
[3] umgangssprachlich: Mutti; scherzhaft: bessere Hälfte/schönere Hälfte, Ehehälfte; abwertend: Ehedrachen, Hausdrachen
[3] jüdisch familiär, umgangssprachlich: Ische
[3] salopp: Alte
[3] abwertend: Xanthippe
[3] scherzhaft: Angetraute
[3] scherzhaft, sonst veraltet: Ehegemahlin, Ehegespons, Eheliebste, Eheweib, Gespons, Hauszierde, Weibchen
[3] landschaftlich salopp: Olle
[3] landschaftlich scherzhaft: Madam
[3] veraltet: Weib

Gegenwörter:

[2] Hündchen

Männliche Wortformen:

[1, 2] Herrchen

Oberbegriffe:

[1–3] Frau
[2] Besitzerin, Halterin, Haustierbesitzerin, Haustierhalterin, Tierhalterin

Beispiele:

[1] „In dem Seſſel aber ſaß ein Frauchen, ſo ein ganz kleines Frauchen, nur noch eine Handvoll Menſch, mit Kinderhändchen und ſchneeweißen dünnen Haaren.“[2]
[1] „Sie scheinen der Beamten- und Intellektuellenschicht anzugehören, einige verhutzelte Frauchen gehören wohl dem Adel an.“[3]
[2] „Wuffi, komm zu Frauchen!“, rief Inge.
[2] „Ja, wo ist denn dein Frauchen, ja, wo ist es denn?“, redete Onkel Hermann auf Bello ein.
[2] „Erst viel später erkannte ich, daß die symbiotische Dreiecksbeziehung von Herrchen, Frauchen und Hund erst durch den Tod des Dackels ein Ende gefunden und den Weg für einen Neubeginn frei gemacht hatte.“[4]
[3] „Nachher hat er zugeſehen, und ſie haben Spalier gebildet, wie der Zimmerer und ſein dickes Frauchen über den Hausflur auf die Straße geführt wurden.“[5]
[3] „Das verwöhnte Frauchen eines Rechtsanwalts im Westen wünscht sich zum Geburtstag ein Rhesusäffchen.“[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[2] meistens in der Anrede: Komm zu Frauchen! Wo ist (denn dein) Frauchen? Such das / dein Frauchen!

ÜbersetzungenBearbeiten

[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Frauchen
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Frauchen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Frauchen
[1] The Free Dictionary „Frauchen
[1–3] Duden online „Frauchen
[2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Frauchen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalFrauchen
[1–3] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »Frauchen«.
[2] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Frauchen«.
[1–3] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »Frauchen«, Seite 649.

Quellen:

  1. Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Frauchen«.
  2. Hans Fallada: Der eiſerne Guſtav. Roman. 1.–15. Tauſend, Rowohlt, Berlin 1938, Seite 540 (Zitiert nach Google Books).
  3. Karl Schlögel: Petersburg. Das Laboratorium der Moderne 1909–1921. Carl Hanser Verlag, München/Wien 2002, ISBN 3-446-20235-8, Seite 251.
  4. Ingrid Noll: Ladylike. Roman. Diogenes, Zürich 2006, ISBN 978-3-257-06509-1, Seite 32.
  5. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. S. Fischer Verlag, Berlin 1930, Seite 178 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung 1929).
  6. Herbert Schöffler; mit einem Nachwort herausgegeben von Helmuth Plessner (Herausgeber): Kleine Geographie des deutschen Witzes. 10. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1995, ISBN 3-525-33106-1, Seite 71 (Digitalisat des MDZ; Erstveröffentlichung 1955).

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Levenshtein-Abstand von 1: fauchen, rauchen
Anagramme: nachrufe, Nachrufe