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des Jahres 2009 das Wort der Woche.

Fenster (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, nBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ das Fenster

die Fenster

Genitiv des Fensters

der Fenster

Dativ dem Fenster

den Fenstern

Akkusativ das Fenster

die Fenster

 
[1] Fenster mit Vorhängen
 
[2] Einbau eines Fensters
 
[4] Fenster auf dem Desktop

Worttrennung:

Fens·ter, Plural: Fens·ter

Aussprache:

IPA: [ˈfɛnstɐ]
Hörbeispiele:   Fenster (Info)   Fenster (Österreich) (Info)
Reime: -ɛnstɐ

Bedeutungen:

[1] Architektur: eine baulich verschieden ausgestaltete verglaste Öffnung in einem Bauwerk, deren hauptsächliche Funktion darin besteht, Licht in das Bauwerk zu führen und dieses zu belüften
[2] das gerahmte Glas, das in eine Fensteröffnung eingesetzt wird
[3] übertragen: eine zeitliche, temporäre Öffnung in einem (mitunter häufig auch abstrakten) Medium
[4] Informatik: ein Bildschirmelement in der Informationstechnologie

Herkunft:

Fenster geht über die althochdeutschen Wörter fenstar → goh und das vereinzelt vorkommende finestra → goh sowie das mittelhochdeutsche venster → gmh (‚Fensternische, Lichtluke‘) ebenso wie das niederländische venster → nl und das altenglische fenester → ang auf das lateinische fenestra → la (‚Luke zum Erhellen eines Raumes, Öffnung‘) zurück, das wahrscheinlich etruskische Wurzeln hat.[1]
Das Wort ist seit dem 8. Jahrhundert belegt. Das im Gegensatz zum femininen lateinischen Ursprungswort neutrale Genus des deutschen Wortes Fenster stammt wahrscheinlich vom älteren ougatora → la (Tür, die die Form eines Auges hat).[2]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Bullauge, Öffnung
[2] Fensterscheibe, Scheibe

Gegenwörter:

[1] Mauer, Wand

Verkleinerungsformen:

[1] Fensterchen

Oberbegriffe:

[1] Bauelement

Unterbegriffe:

[1] allgemein: Heckfenster, Hinterfenster, Nordfenster, Oberfenster, Südfenster, Vorderfenster, Westfenster
[1] nach Art: Doppelfenster, Kassettenfenster, Kastenfenster, Maßwerkfenster, Sprossenfenster, Zwillingsfenster; mit Eigennamen: Berliner Fenster, französisches Fenster, Hamburger Fenster, Veluxfenster
[1] nach Form: Bogenfenster, Flächenfenster
[1] nach Stil: Jugendstilfenster
[1] nach Funktion: Ausstiegsfenster, Blendfenster, Blindfenster, Helmfenster, Kippfenster, Klappfenster, Lüftungsfenster, Notfenster, Panoramafenster, Schiebefenster, Schutzfenster
[1] nach Material: Aluminiumfenster (Alufenster), Bleiglasfenster, Holzfenster, Kunststofffenster, Metallfenster, Verbundfenster
[1] nach Verwendungsort: Autofenster, Balkonfenster, Cockpitfenster, Coupéfenster, Dachfenster, Flurfenster, Giebelfenster, Hoffenster, Hotelfenster, Kapellenfenster, Kellerfenster, Kirchenfenster, Klassenfenster, Klofenster, Küchenfenster, Ladenfenster, Mansardenfenster, Ostfenster, Radfenster, Schaufenster, Scheinfenster, Schulfenster, Toilettenfenster, Verandafenster, Wagenfenster, Zimmerfenster, Zugfenster
[1] Oberlicht
[1, 4] allgemein: Hauptfenster, Seitenfenster, Zwischenfenster
[3] Zeitfenster
[3, 4] Startfenster
[4] Befehlsfenster, Browserfenster, Definitionsfenster, Direktfenster, Eigenschaftenfenster, Pop-up-Fenster, Quellenfenster, Toolfenster

Beispiele:

[1] Schließe bitte das Fenster, wenn du den Raum verlässt.
[1] Das Fenster bitte nicht öffnen!
[1] Das Fenster ist nach Arbeitsende unbedingt zu schließen.
[1] Schluss! Das Fenster wird jetzt zugemacht, du hast dich genug mit den Straßenpassanten unterhalten.
[1] „Um durch das enge Gitter vor dem Fenster zu kommen, muß man fast ein Zirkusakrobat sein, so Blume.“[3]
[1] „In einem feinen Kaffeehaus in der Nähe des Praters hatte ich es mir an einem Tisch am Fenster gemütlich gemacht.“[4]
[1] „Mein Fenster ging auf den Hinterhof hinaus.“[5]
[1] „Vor den Fenstern standen Wachposten, und zwischen uns und der Küste ragten zwei Reihen Holzpfähle auf.“[6]
[1] „Alle Fenster standen offen.“[7]
[2] Um Energie zu sparen, werden häufig neue Fenster eingebaut.
[2] Lukas hat heute im Baumarkt ein neues Fenster gekauft.
[2] „Ich drücke die Stirn ans Fenster, um etwas von der Landschaft zu sehen.“[8]
[3] Und nun öffnet sich das Fenster in die Vergangenheit.
[4] Das Schließen eines Fensters auf dem Bildschirm wird meist mit dem Klicken eines Kreuzsymbols erreicht.

Redewendungen:

[1] Geld zum Fenster hinaus werfenGeld verschwenden
[1] sich zu weit aus dem Fenster lehnen – sich zu weit vorwagen
[1] weg vom Fenster sein – nicht aktuell, nicht im Gespräch, nicht wichtig sein; außer Gefecht gesetzt sein

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein Fenster öffnen; durch ein Fenster schauen; ein offenes Fenster
[3] das Fenster schließt sich

Wortbildungen:

Adverbien: [1] fensterartig, fensterlos, zweifenstrig
Substantive:
[1] Fensterangel, Fensteranschluss, Fensterausschnitt, Fensterbank, Fensterbeschlag, Fensterbogen, Fensterbord, Fensterbreite, Fensterbrett, Fensterbriefumschlag, Fensterbrüstung, Fensterdekoration, Fensterecke, Fensterfläche, Fensterflügel, Fensterfront, Fenstergesims, Fenstergips, Fenstergitter, Fensterglas, Fenstergriff, Fensterhöhle, Fensterkitt, Fensterkreuz, Fensterkurbel, Fensterladen, Fensterleder, Fensterloch, Fensterluke, Fensterlüftung, Fensternische, Fensteröffnung, Fensterplatz, Fensterputz, Fensterputzer, Fensterrahmen, Fensterrede, Fensterreihe, Fensterriegel, Fensterritze, Fensterrose, Fensterscheibe, Fensterschlitz, Fensterschnalle, Fenstersims, Fenstersitz, Fensterstock, Fenstersturz, Fenstertisch, Fenstertür, Fensterverband, Fensterverglasung, Fensterverkleidung, Fenstervorhang, Fensterwand, Fensterwirbel, Fensterzarge
[2] Fensterputzroboter
[3] Zeitfenster
[4] Fensterkopf, Fensterrahmen, Fenstertitelzeile
Verben: [1] fensterln, fenstern

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Wikipedia-Artikel „Fenster
[1, 3, 4] Wikipedia-Artikel „Fenster (Begriffsklärung)
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Fenster
[1, 2] Goethe-Wörterbuch „Fenster
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Fenster
[1, 4] The Free Dictionary „Fenster
[1, 4] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Fenster
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalFenster
[*] Langenscheidt Fremdwörterbuch (Deutsch), Stichwort: „Fenster
[1, *] wissen.de „Fenster
[1, 2, 4] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion, Annette Klosa u. a. (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-05504-9, „Fenster“, Seite 531

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, ‚Fenster‘, Seite 336
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, ‚Fenster‘, Seite 286
  3. Matthias Gebauer: Zwei Frauen flohen durchs Gefängnisgitter. Berliner Zeitung, Berlin 22.01.1999
  4. Markus Maria Weber: Ein Coffee to go in Togo. Ein Fahrrad, 26 Länder und jede Menge Kaffee. 2. Auflage. Conbook Medien, Meerbusch 2016, ISBN 978-3-95889-138-8, Seite 58.
  5. Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur. Roman. 15. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-13441-5, Seite 345. Zuerst 1977 erschienen.
  6. James Fenimore Cooper: Ned oder Ein Leben vor dem Mast. 3. Auflage. mareverlag, Hamburg 2017 (übersetzt von Alexander Pechmann), ISBN 978-3-86648-190-9, Seite 154. Englisches Original 1843.
  7. Anaïs Nin: Ein Spion im Haus der Liebe. Roman. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1983 (übersetzt von Rolf Hellmut Foerster), ISBN 3-423-10174-1, Seite 53. Englisches Original 1954.
  8. Nava Ebrahimi: Sechzehn Wörter. Roman. btb, München 2019, ISBN 978-3-442-71754-5, Seite 131.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: feister, finster
Anagramme: fernest, fernste