Entzifferung (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, fBearbeiten

Singular

Plural

Nominativ die Entzifferung

die Entzifferungen

Genitiv der Entzifferung

der Entzifferungen

Dativ der Entzifferung

den Entzifferungen

Akkusativ die Entzifferung

die Entzifferungen

Worttrennung:

Ent·zif·fe·rung, Plural: Ent·zif·fe·run·gen

Aussprache:

IPA: [ɛntˈt͡sɪfəʁʊŋ]
Hörbeispiele:   Entzifferung (Info)

Bedeutungen:

[1] Erschließung eines schlecht lesbaren (unleserlichen) Textes
[2] Kryptologie: Entschlüsselung eines verschlüsselten Textes
[3] Linguistik: Entschlüsselung von Texten, die in einer unbekannten Sprache verfasst sind

Herkunft:

Ableitung des Substantivs vom Stamm des Verbs entziffern mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ung

Synonyme:

[1] Erschließung
[2] Dechiffrierung
[2, 3] Entschlüsselung

Gegenwörter:

[2] Chiffrierung, Verschlüsselung

Beispiele:

[1] „Man werde, so sagte Bergmann, die Bilder filtern und kontrastverstärken, um den Forschern die Entzifferung zu erleichtern.“[1]
[1] Die Entzifferung von Handschriften/Manuskripten kann sehr viel Mühe machen.
[2] „Gelingt aber eine unberufene Entzifferung - den Engländern gelang dies 1940 für die ENIGMA-Chiffrierung -, so ist es wichtig, diesen Sachverhalt vor dem Gegner zu verbergen…“[2]
[2] „Von besonderer Bedeutung war die sichere Verschlüsselung der Nachrichten, denn ein Heer von Abhörspezialisten in allen wichtigen imperialistischen Staaten war - zu Lande und auf Schiffen - mit nichts anderem beschäftigt, als Tag und Nacht auf allen Wellenlängen geheime Funksprüche abzufangen, zu registrieren, den Sendeort durch Funkpeilung festzustellen und aufgefangene Funksprüche an andere Spezialisten weiterzugeben, die in der Entzifferung von verschlüsselten Nachrichten geübt waren.[3]
[3] „An die Entzifferung dieser Sprache machten sich natürlich zuerst Kenner des Babylonischen und der Keilschrift.“[4]
[3] „Hierin besteht eine Verwandtschaft mit dem Gebiet der Entzifferung verschollener Schriften und Sprachen, einem reizvollen Grenzgebiet der Archäologie und der Sprachwissenschaft.“[5]
[3] „Nach zahlreichen vergeblichen Versuchen gelang erst in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts dem deutschen Forscher T. S. Barthel der entscheidende Durchbruch in Richtung auf eine Entzifferung des Rongorongo-Schriftsystems.“[6]
[3] „Auch der Entzifferungen müssen wir hier gedenken.“[7]
[3] „Danach überprüft er seine Theorie auch praktisch, indem er sie bei der Entzifferung des Steins von Rosette anwendet.“[8]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1–3] Wikipedia-Artikel „Entzifferung
[1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Entzifferung
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalEntzifferung

Quellen:

  1. F.A.Z., 07.08.2006, Nr. 181 / Seite 32.
  2. Friedrich L Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Codes und Chiffren und wie sie gebrochen werden. Springer, Berlin/Heidelberg 1995, S. 3.
  3. Gottfried Spieß: Warum die Menschen sprechen lernten. Interessantes aus Geschichte und Gegenwart der Sprache. Der Kinderbuchverlag, Berlin 1989, S. 130f. ISBN 3-358-01278-6.
  4. Walter Porzig: Das Wunder der Sprache. Probleme, Methoden und Ergebnisse der modernen Sprachwissenschaft. Dritte Auflage. Francke, Bern/München 1962, S. 354.
  5. Friedrich L Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Codes und Chiffren und wie sie gebrochen werden. Springer, Berlin/Heidelberg 1995, S. 21. Fett gedruckt: Entzifferung verschollener Schriften und Sprachen.
  6. Harald Haarmann: Universalgeschichte der Schrift. Campus, Frankfurt/Main/New York 1990, S. 189f. ISBN 3-593-34346-0. In Kapitälchen gedruckt: „Barthel“.
  7. Georg von der Gabelentz: Die Sprachwissenschaft, ihre Aufgaben, Methoden und bisherigen Ergebnisse. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage herausgegeben von Albrecht Graf von der Schulenburg. Tauchnitz, Leipzig 1901. Mit einer Studie von Eugenio Coseriu neu herausgegeben von Gunter Narr und Uwe Petersen. Tübinger Beiträge zur Linguistik, Tübingen 1972, S. 28. Gesperrt gedruckt: Entzifferungen.
  8. Georges Jean: Die Geschichte der Schrift. Otto Maier, Ravensburg 1991, Seite 119. ISBN 3-473-51018-1.