Bulibasse (Deutsch)Bearbeiten

Substantiv, mBearbeiten

Singular Plural
Nominativ der Bulibasse die Bulibassen
Genitiv des Bulibassen der Bulibassen
Dativ dem Bulibassen den Bulibassen
Akkusativ den Bulibassen die Bulibassen

Worttrennung:

Bu·li·bas·se, Plural: Bu·li·bas·sen

Aussprache:

IPA: [ˌbuliˈbasə]
Hörbeispiele:
Reime: -asə

Bedeutungen:

[1] Rumänien: jemand, der als höchste Autorität an der Spitze einer Roma-Siedlung steht

Herkunft:

Das Wort ist rumänischem bulibașă → ro ‚[c]onducător al unei șatre de țigani, [c]onducător al unei cete de țigani, [c]onducător al unei șatre sau al unui sălaș de țigani; [r]angul de bulibașă‘[1] entlehnt,[2] das seinerseits türkischem bölükbaşı → tr ‚[y]eniçeri ordusunda üst rütbeli bir görevli‘[3] entstammt.[1]

Oberbegriffe:

[1] Anführer, Oberhaupt

Beispiele:

[1] „Über diesen Razvan berichtet Franz Remmel ausführlich im ersten Kapitel seines Buches - ‚Ein Einzelfall in der Geschichte‘ -, wonach er ins 20. Jahrhundert überleitet und auf die Rolle der ‚Bulibassen‘, des Präsidenten, Wojwoden und Großwojwoden näher eingeht.“[4]
[1] „Die ersten Erfolge sind bereits sichtbar: ‚Früher hat kaum eines dieser Roma-Kinder die Schule geschafft. Und jetzt haben wir die ersten, die einen Schulabschluss vorweisen können‘, freut sich Ion Bogariu, der Bulibasse, den sie im Ort einfach nur den ‚Roma-Chef‘ nennen.“[5]
[1] „Das war wirklich auch sehr bereichernd, da habe ich unterschiedliche Erfahrungen gesammelt und unterschiedliche Bulibassen (Anm.d.Red. kommt vom Türkischen ‚buluk bascha‘ bezeichnet den Anführer einer Schar, im konkreten Fall: der Roma) kennengelernt.“[6]

ÜbersetzungenBearbeiten

[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Bulibasse«, Seite 140.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 DEX online: „bulibaşă
  2. Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Bulibasse«, Seite 140.
  3. Türk Dil Kurumu, Güncel Türkçe Sözlük:bölükbaşı
  4. Claus Stephani: Ein neues Buch über Roma und Zigeuner. In: Siebenbürgische Zeitung. Nummer 13, 10. August 2005, Seite 6 (Onlineversion: URL, abgerufen am 20. Juni 2018).
  5. Thomas Wagner: Die Oberschwaben und ihr „Buki-Haus“ im Sathmarer Land. Bad Saulgauer Initiative kümmert sich um Roma-Kinder: „Bildung ist das Wichtigste!“. In: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. 25. August 2015, ISSN 1841-4346 (Onlineausgabe: URL, abgerufen am 20. Juni 2018).
  6. Raluca Nelepcu (Interviewerin), Elke Sabiel (Interviewte): „Die Gesellschaft in Rumänien ist viel erwachsener geworden“. Elke Sabiel, ehemalige Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Rumänien, kehrt nach Deutschland zurück. In: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. 26. April 2017, ISSN 1841-4346 (Onlineausgabe: URL, abgerufen am 20. Juni 2018).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 2: Bumbasse